Ausleitende Verfahren

 

Darunter fallen u.a. Anwendungen wie der Aderlass, die Blutegeltherapie sowie das Schröpfen:

 

Ausleitende Verfahren

 

Darunter fallen u.a. Anwendungen wie der Aderlass, die Blutegeltherapie sowie das Schröpfen:

Schröpfen

Schröpfen gehört zu den ausleitenden Verfahren und ist eine Reiztherapie. Je nach Indikation erfolgt die Schröpftherapie blutig, unblutig oder wird als Massage durchgeführt.

Die Schröpftherapie ist ein seit Jahrtausenden bekanntes Verfahren. Es wird zur Stärkung der Selbstheilungskräfte eingesetzt.  Dabei nutzt man insbesondere die Reflexzonen der Haut. 

Durch die Schröpfbehandlung kommt es zu einer Durchblutungsförderung und dadurch bedingt zu einer unterstützenden Therapie, um Verspannungen aufzulösen.  Klassische Indikationen sind Rückenschmerzen, aber auch Karpaltunnelsyndrom und Tennisarm. Es können durch die Reflexzonenbehandlung auch innere Organe positiv beeinflußt werden, wie z. B. bei einer Reizdarmsymtomatik oder bei funktionellen Herzbeschwerden.  

Aderlass

Der Aderlass ist ein blutentziehendes Verfahren und war in vielen Kulturen fester Bestandteil des vorherrschenden Therapiesystems. Heilerfolge der Aderlasstherapie wurden bereits in der frühen indischen Medizin (3000 v. Chr.) beschrieben. 

Auch für Mediziner wie Hippokrates, Galen und Hufeland war der Aderlass eine etablierte Therapiemethode.

Heute wird der Aderlass insbesondere zur Verbesserung der Fließeigenschaften (Rheologie) eingesetzt.

Der typische Aderlasspatient befindet sich im "Füllezustand" und weist einen Blutüberschuß auf. 

Klassische Indikationen sind:

Krankheiten mit einem Hämatokrit (Hkt) über 40 Vol. % (Hb über 14,5mg%), z. B. Polyglobulie und Polyzythämia vera

Erkrankungen des Stoffwechsels (u. a. Porphyrie, Hämochromatose)

einige Kreislaufkrankheiten (z.B. arterielle Hypertonie).

Blutegeltherapie

Die medizinische Behandlung mit Blutegeln wird seit Jahrtausenden in den verschiedensten Kulturen der Welt angewandt. Unter anderem in der indischen Ayurveda-Medizin, aber auch in der alten griechischen und römischen Medizin wurden Blutegel vielfältig bei verschiedensten Erkrankungen mit Erfolg eingesetzt. Erst in den letzten Jahren gelang es allerdings, die Wirksamkeit der Blutegel auch mit modernen wissenschaftlichen Methoden zu bestätigen und die Wirkungsweise zu verstehen.

Zur Behandlung von Menschen darf nur eine bestimmte Egelart eingesetzt werden: Der Hirudo medicinalis. Dieser medizinische Egel wird innerhalb geschlossener Zuchtanlagen in speziellen Teichen kultiviert.

Das, was die Blutegeltherapie jedoch von allen anderen Ausleitungsverfahren unterscheidet, ist die einzigartige Wirkung des Speichelsekrets der kleinen Egel, welches sie während des Saugens ins Blut der Patienten leiten.

Man hat verschiedene Inhaltsstoffe im Speichel der kleinen Tiere gefunden. Am intensivsten erforscht wurden die Substanzen Eglin und Hirudin. Eglin ist eine Substanz, die entzündungsauslösende Enzyme in ihrer Aktivität blockiert und somit Entzündungsprozessen entgegenwirkt. Auch besitzt Eglin eine schmerzstillende Wirkung, die für viele Patienten eine besonders wertvolle Hilfe darstellt.

Hirudin hemmt die Blutgerinnung, was sich positiv auf die Fliesseigenschaft des Blutes auswirkt. 

Folgende Indikationen sind unter anderem für eine Blutegel-Therapie geeignet:

  • Arthrose-Schmerzen, vor allem Kniearthrose,  Daumengrundgelenkarthrose sowie auch Schultergelenk- und Sprunggelenk-Arthrose
  • Chronische Rückenschmerzen
  • Schmerzsyndrome durch Gürtelrose